Veröffentlicht am 09. März 2026
Think Tech Forward – Das KIT auf der Hannover Messe 2026
Mit einer strukturellen Neuausrichtung setzt die Hannover Messe 2026 ein klares Signal: Erstmals widmet die weltgrößte Industriemesse dem Thema Forschung & Technologietransfer eine eigene Halle. Unter dem Jahresmotto „Think tech forward“ rückt sie damit gezielt die Rolle von Wissenschaft als Innovationsmotor für die Industrie in den Vordergrund. Als eine der führenden europäischen Forschungseinrichtungen gestaltet das KIT diesen Wandel aktiv mit und präsentiert in Halle 11, am Stand B06 technische Lösungen und anwendungsnahe Forschungsergebnisse. Der Messestand positioniert sich als Anlaufstelle für Unternehmensvertreterinnen und Vertreter aus Entwicklung, Produktion und Innovationsmanagement.
Antworten auf industrielle Herausforderungen
Am Messestand des KIT stehen 2026 vor allem Technologien und Anwendungen im Fokus, die den Weg von der wissenschaftlichen Idee zur industriellen Umsetzung exemplarisch zeigen oder wichtige Zukunftsfelder der ‚Hightech-Agenda Deutschland‘ abdecken. Drei der ausgestellten Exponate stammen aus den Bereichen Robotik und additive Fertigung – Schlüsseltechnologien, die Produktionsprozesse grundlegend verändern. Diese Beispiele zeigen, wie eng Forschung und industrielle Herausforderungen miteinander verbunden sind.
- Sichere, kooperative Robotik vom Institut für Regelungs- und Steuerungssysteme (IRS)
Die Forschenden haben ein neuartiges Regelungssystem entwickelt, um den qualitativen Einsatz von kooperativen Robotern zu ermöglichen. Zwei physisch gekoppelte Industrieroboter führen gemeinsam ein Werkzeug und können so anspruchsvolle Aufgaben wie das Fräsen oder Biegen von Metallteilen übernehmen. Spezielle Planungs- und Regelungsmethoden sorgen dafür, dass die Roboter die vorgegebenen Bewegungsverläufe präzise und lastenoptimiert einhalten. Komplettiert wird das System durch eine modellbasierte Benutzerschnittstelle, mit der Sprachbefehle von Personen in Roboteraufgaben übersetzt werden. - Gedruckte Multi-Material‑Keramiken vom wbk Institut für Produktionstechnik
Keramiken eignen sich dank ihrer hohen Festigkeit und chemischen Beständigkeit für viele Anwendungen. Die additive Fertigung mithilfe badbasierter Photopolymerisation ermöglicht die Herstellung komplexer keramischer Bauteile. Forschende des wbk Instituts für Produktionstechnik haben ein Materialsystem entwickelt, um unterschiedliche Keramiken bereits während des Druckprozesses zu kombinieren. Dieses Materialsystem bildet die Grundlage für das Multi-Material Additive Manufacturing (MMAM). In einem einzigen Druckvorgang lassen sich zwei keramische Werkstoffe verarbeiten und zu einem Bauteil mit unterschiedlichen funktionalen, mechanischen, elektrischen oder thermischen Eigenschaften vereinen. - Kalibrierung kamerageführter Industrieroboter vom Institut für Photogrammetrie und Fernerkundung (IPF) – Machine Vision Metrology (MAV)
Der Einsatz von kamerageführten Industrierobotern ist heute Standard in der Produktion. Auf Basis der Kamerabilder und spezieller Bildverarbeitung können Objekte erkannt und deren Lage im Raum bestimmt werden, um sie anschließend mit dem Roboter zu greifen oder zu verarbeiten. Bei Anwendungen, die eine hohe Genauigkeit erfordern, ist eine regelmäßige Roboterkalibrierung essenziell. Ein neu entwickeltes Kalibrierverfahren des KIT nutzt die bereits vorhandene Kamera zur Objekterkennung oder Lagebestimmung. Das Resultat ist eine kostengünstige, anwendungsfreundliche und hochgenaue Kalibrierlösung, die sich ideal in industrielle Produktionsumgebungen integrieren lässt.
Nutzen Sie unsere Ausstellung, um diese und weitere Technologien zu entdecken und mit Forschenden und Mitarbeitenden aus dem Innovationsmanagement ins Gespräch zu kommen. Neben den Exponaten am Stand bietet die digitale Technologiebörse des KIT zusätzliche Möglichkeiten zur Vernetzung. Interessierte Unternehmen erhalten dort einen Überblick über verfügbare Technologien und Dienstleistungsangebote, die für Kooperationen offenstehen.
Expert Stage – Know‑how live auf der Bühne
Das KIT ist nicht nur Aussteller, sondern beteiligt sich auch am Programm. Unsere Forschenden geben im Solution Lab tiefere Einblicke zu den ausgestellten Exponaten und ihre Forschungsarbeit. Merken Sie sich bereits zwei Termine auf der Expert Stage vor:
- Montag, 22. April 2026 | 10:50 bis 11:10 Uhr
Kalibrierung kamerageführter Industrieroboter
Prof. Dr. Markus Ulrich, Machine Vision Metrology
- Dienstag, 23. April 2026 | 15:20-15:40 Uhr
Universelle Binder für die nächste Generation additiv gefertigter Hochleistungs-Keramiken
Prof. Dr.-Ing. Frederik Zanger Fertigungs- und Werkstofftechnik
Warum sich ein Besuch lohnt
Der Messeauftritt des KIT zielt nicht allein auf Präsentation ab, sondern auf aktiven Austausch mit Besucherinnen und Besuchern aus unterschiedlichen Fachbereichen und Branchen. Sie können sich vor Ort über potenzielle Partnerschaften und die Bandbreite aktueller Forschungsthemen informieren und Gespräche mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern führen. Dieser offene Ansatz spiegelt die Transferstrategie des KIT wider: Forschungsergebnisse sollen nicht in der Laborumgebung verbleiben, sondern als Impuls für industrielle Innovationen zur Verfügung stehen.
Einladung zum Dialog
Die Hannover Messe setzt ein deutliches Zeichen: Technologietransfer ist kein Randthema mehr, sondern ein zentraler Baustein industrieller Zukunftsfähigkeit. Das KIT richtet sich gezielt an industrielle Akteurinnen und Akteure, die nach innovativen Lösungen und verlässlichen Forschungspartnern suchen. Ob als Entwicklungspartner, Lizenznehmender oder Impulsgeber für neue Projekte – Besuchen Sie uns am Messestand für einen ersten Austausch.
Alle aktuellen Informationen zu den Exponaten, den Präsentationen auf der Expert Stage und den Angeboten der Technologiebörse finden sich im Vorfeld der Messe online in der digitalen Pressemappe. Diese wird bis zur Messe stetig mit Updates gefüllt.

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