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Berufe im Technologietransfer: Beteiligungsmanager/in

Unternehmensgründungen und Beteiligungen an diesen Ausgründungen (Technologiebeteiligungen) sind ein wichtiges und wertschöpfendes Element des modernen Technologietransfers. Das KIT leistet mit Technologiebeteiligungen einen aktiven Beitrag zur Verwertung von Technologien und Know-how in einem frühen Entwicklungsstadium. Wir haben den Beteiligungsmanager, Dr. Eric Braun, zum Interview getroffen. Er erzählt von seinem „daily business“ und warum Beteiligungsmanagement genau das Richtige für ihn ist.

Dr. Eric Braun gibt sein Know-how zu Investment und Beteiligung beim Innovationstag NEULAND an Gründungsinteressierte vom KIT weiter. (Bild: KIT)
Dr. Eric Braun gibt sein Know-how zu Investment und Beteiligung beim Innovationstag NEULAND an Gründungsinteressierte vom KIT weiter. (Bild: KIT)

Wie bist du zu deinem Beruf als Beteiligungsmanager gekommen?

Eric Braun: Das KIT hat im Bereich der Beteiligung an Ausgründungen national eine gewisse Vorreiterrolle. Für öffentliche Einrichtungen ist dieses Business eher unüblich; das KIT hat sich jedoch recht früh in das Thema hineingewagt. Als Fortentwicklung der früher eher passiven Beteiligungsverwaltung wurde vor vier bis fünf Jahren dann ein aktives Beteiligungsmanagement aufgebaut.

Das Beteiligungsmanagement ist am KIT in der Abteilung Gründung & Beteiligung (GRB) der Dienstleistungseinheit Innovations- und Relationsmanagement (IRM) angesiedelt und gehört zu den Unterstützungsangeboten der KIT-Gründerschmiede. Da ich bereits in der Abteilung IRM mit einem betriebswirtschaftlichen Hintergrund tätig war und dies eine gute Voraussetzung für den Job des Beteiligungsmanagers war, habe ich 2017 die Aufgabe übernommen.

 

Was gefällt dir an deinem Beruf?

Eric Braun: Sehr viele spannende Themenfelder kommen beim Management der Technologiebeteiligungen für mich zusammen: Ausgründung, Deep Tech und Venturing. Ich arbeite mit motivierten und inspirierenden Start-ups und Spin-offs, was ja grundsätzlich schon sehr spannend ist. Es macht Spaß, die jungen Teams und deren Technologien auf dem Pfad zum Wachstum zu begleiten.

Hinzu kommt das Thema Technologie, also ich beschäftige mich immer wieder mit super neuen Technologietrends, wie aktuell zum Beispiel Quanten-Computing, Cybersecurity, Blockchain, Sustainability, E-Fuels und vieles mehr. Neben den Aspekten, die spezifisch im Technologietransfer zu finden sind, kommt bei meiner Tätigkeit noch die inhaltliche Arbeit im Bereich Risikokapital dazu. Sie ist sehr anspruchsvoll, aber auch abwechslungsreich und fördernd.

„Gründerspirit, Technik und Betriebswirtschaft – Diese Dreierkonstellation finde ich überaus spannend!“

Dr. Eric Braun

Welche Anforderungen stellt der Beruf? Was sollte man mitbringen?

Eric Braun: Die Arbeit im Venturing von Deep-Tech-Ausgründungen verbindet juristische und betriebswirtschaftliche Fragestellungen und erfordert zumindest tiefere Kenntnisse in diesen Bereichen. Darüber hinaus sollte man natürlich auch ein gewisses Faible für technologische Lösungen haben. Es ist nicht zwingende Voraussetzung, dass man ein technisches Studium absolviert hat, aber eine Technikaffinität sollte man definitiv haben.

Die Arbeit als Beteiligungsmanager ist kein typischer „9-to-5-Job“. Es erfordert die Bereitschaft, sehr flexibel erreichbar zu sein, um wichtige Entscheidungen auch mal ad hoc treffen zu können. Das setzt eine sehr hohe Eigenmotivation, Leidenschaft und Leistungsbereitschaft voraus. Es kommt auch nicht selten vor, dass Gründerteams kurzfristig um ein Gespräch bitten. Dadurch braucht es flexiblere Arbeitszeiten als in der klassischen Kernarbeitszeit im öffentlichen Dienst.

Am KIT bündelt die KIT-Gründerschmiede alle Aktivitäten und Unterstützungsmöglichkeiten für Gründerteams. Dr. Eric Braun ist hier für Beteiligungen und Investoren-Matching zuständig. (Bild: KIT)
Am KIT bündelt die KIT-Gründerschmiede alle Aktivitäten und Unterstützungsmöglichkeiten für Gründerteams. Dr. Eric Braun ist hier für Beteiligungen und Investoren-Matching zuständig. (Bild: KIT)

Was genau beinhaltet dein Beruf als Beteiligungsmanager?

Eric Braun: Das Aufgabenspektrum ist vielfältig und anspruchsvoll, und umfasst zum Beispiel das Lesen und Interpretieren von Reportings, die Vorbereitung sowie Begleitung von Gesellschafterversammlungen, oder das Fassen von Gesellschafterbeschlüssen. Neben dem Management der bestehenden Beteiligungen scoute ich regelmäßig nach neuen Beteiligungsoptionen und kümmere mich um das Management von Kapitalerhöhungen und EXITs. Es schwingen dabei auch immer viele juristische Fragestellungen mit. Hier arbeite ich eng mit Juristen zusammen. Vor allem mit meiner Kollegin Claudia Kandler, die für die strategischen Beteiligungen des KIT zuständig ist. Wir bilden stets ein Tandem in enger Zusammenarbeit.

Ein sehr wichtiger aber auch sehr zeitaufwendiger Bestandteil meiner Arbeit ist das Networking – also das Kontakte knüpfen und pflegen – mit den Venture Capitals sowie den kapitalsuchenden Start-ups und Spin-offs. Der Beruf ist sehr intensiv, aber auch sehr spannend – z.B. dann, wenn man erfolgreich ist und sich aus dem Matching ein Investmenterfolg ergibt.

 

Warum braucht das KIT einen Beteiligungsmanager?

Eric Braun: Die Beteiligung an Ausgründungen ist als ein Baustein des Technologietransfers in der Innovations- und damit auch der Dachstrategie des KIT verankert. Mit seinen Technologiebeteiligungen stärkt das KIT den Wissens- und Technologietransfer und ergänzt die klassischen Verwertungswege, wie die Auftragsforschung, Forschungskooperationen sowie Lizenzierungen. Hier trage ich gerne meinen Teil dazu bei.

 

Das Interview führte Dominic Mack.

 

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