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Clever entkleben

Thermolabiler Klebstoff ermöglicht leichtes Lösen von Montage- und Befestigungselementen im Bau.

Mittels UV-Licht und Wärme wird der bei Raumtemperatur stabile, neue Klebstoff chemisch gespalten und geschmolzen. Dadurch sind Klebverbindungen an Bauelementen wieder lösbar.
In der industriellen Fügetechnik ersetzt das Kleben zunehmend Techniken wie Nieten oder Schweißen. Klebstoffe reduzieren das Gesamtgewicht der zusammengefügten Teile und erfüllen weitere Funktionen, wie etwa Abdichtung oder Isolierung. Meist sind industriell genutzte Klebstoffe jedoch nicht reversibel – beim Lösen der Klebverbindung, beispielsweise bei Reparaturen oder beim Recycling, werden einzelne Komponenten beschädigt oder sogar zerstört.

Sinnvoller wäre hier der Einsatz von wiederlösbaren Klebverbindungen. Dabei wird in der Regel der Kleber erwärmt oder bestrahlt, wodurch sich seine Festigkeit verringert und die Teile einfach voneinander lösbar sind. Gängige Verfahren sind jedoch entweder langwierig, wenn eine schonende Erwärmung nötig ist, oder energieaufwendig, da erst größere Hitze von bis zu 200 Grad Celsius den Klebstoff schmelzen lässt.

Am Institut für Technische Chemie und Polymerchemie (ICTP) des KIT haben Wissenschaftler einen thermolabilen Klebstoff entwickelt, der sich bereits bei mäßigeren Temperaturen unter 100 Grad Celsius lösen lässt, aber dennoch stabil bei Raumtemperatur ist. Die spezielle Zusammensetzung des Klebstoffs macht es möglich. Hauptbestandteil ist ein thermolabiles Polymerisationsharz kombiniert mit weiteren funktionalisierenden Additiven: polyfunktionelle Co-Monomere zur Verdünnung des Klebers, thermolabile Monomere für verbesserte vernetzende Eigenschaften sowie Füllstoffe zur Einstellung der Viskosität. Zur Verstärkung der Wärmewirkung werden zudem sogenannte Strahlung-Wärme-Umwandler beigemischt, die elektromagnetische Strahlung zusätzlich in Wärme umwandeln. Dieser Mix macht den Klebstoff unter mäßiger Wärmeeinwirkung oder UV-Einwirkung wiederlösbar. Je nach Einsatzgebiet kann die Zusammensetzung und somit seine Eigenschaften individuell angepasst werden – von selbstheilendem Material bis hin zu wiederlösbaren Verbindung von Bauteilen.

Insbesondere für Montage- und Befestigungselemente im Bau, wie Dübel, Anker oder Beschläge, ist der wiederlösbare Klebstoff prädestiniert. Das KIT sucht Industriepartner zur Herstellung und zum Einsatz der Klebetechnologie.

Ihr Ansprechpartner für dieses Angebot

Dr. Aude Pélisson-Schecker, Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Innovationsmanagerin, Innovations- und Relationsmanagement (IRM)
Telefon: +49 721 608-25335

E-Mail: pelisson-schecker@kit.edu

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