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Wiederverwendbarer Ölfang

Nanostrukturierte Kunststofffolie nimmt Ölverschmutzung auf und wird durch Formgedächtniseffekt wiederverwendbar.

Das Öl wird rückstandslos von der strukturierten Folie, auch Nanopelz genannt, gebunden.
Die Entfernung von Öl aus Gewässern ist bis heute eine technische Herausforderung. Es fehlt an Lösungen, die Verschmutzungen gleichermaßen rückstandslos, umweltfreundlich und wirtschaftlich beseitigen. Neben Ölkatastrophen auf See können im industriellen und privaten Umfeld bereits kleinere Mengen an Öl zu Problemen führen, beispielsweise verunreinigtes Kühl-, Ab- oder Teichwasser.

Dispergiermittel, Sorbentien oder Abschöpfer, auch Skimmer genannt, sind bekannte Methoden zur Reinigung von Ölverschmutzungen. Diese erfüllen jedoch nicht rundum die Anforderungen an Umweltschutz und Anwendbarkeit: Nachteilig sind etwa eine unvollständige Reinigung, starke Umweltbelastung, hoher Entsorgungs- und Kostenaufwand oder fehlende Wiederverwendbarkeit.

Wissenschaftler des KIT-Instituts für Mikrostrukturtechnik (IMT) haben eine wiederverwendbare Folie entwickelt, mit der Öl selektiv und umweltschonend in einem kontinuierlichen Prozess aus Wasser entfernt werden kann. Eine mittels Heißziehen strukturierte Kunststofffolie – angelehnt an die Oberfläche des Wasserfarns Salvinia – ist die Basis für den Öladsorber: Kleinste Mikrohärchen und dazwischenliegende Kavitäten auf der Oberfläche sorgen für die ölanziehende und wasserabweisende Wirkung. Befestigt auf einem System mit Walzen oder Bändern kann die Folie in ein Öl-Wasser-Gemisch eingetaucht werden. Die Mikrostrukturen binden das Öl an die Folie und werden anschließend so zusammengepresst, dass das gesammelte Öl abgegeben und aufgefangen werden kann. Nach dem Auspressen kann die aus Formgedächtnispolymer bestehende Folie durch Erwärmen wieder in ihre Ursprungsform zurückgeführt werden und der Kreislauf beginnt von vorn. Die Folie kann ohne chemische Behandlung wiederverwendet werden, sodass keine Abfälle oder schädliche Stoffe entstehen.

Mit einer weiteren Ausgestaltungsvariante kann die strukturierte Folie auch als Filter genutzt werden: Löcher in der Folie lassen selektiv Wasser oder Öl hindurchfließen, wohingegen die jeweils andere Flüssigkeit von den Strukturen zurückgehalten wird.

Das KIT sucht Partner zur Weiterentwicklung der Technologie sowie zur Skalierung auf ein Roll-to-Roll-Produktionsverfahren der Kunststofffolien.

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Ihr Ansprechpartner für dieses Angebot

Dagmar Vössing, Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Leitung Technologietransfer, Innovations- und Relationsmanagement (IRM)
Telefon: +49 721 608-25582

E-Mail: dagmar voessing@kit edu

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