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Linderung mit einem Atemzug

Neuartiges Kombipräparat mit Depotfunktion ermöglicht die gezielte und effektive Behandlung der Symptome von Mukoviszidose in der Lunge.

Schleim mit Bakterien/Pilzen (I). Freigesetztes Mukolytikum löst den Schleim (II). Antibiotikum/Antimykotikum bekämpfen die Keime (III). Infektionsfreies Gewebe mit natürlicher Reinigungsfunktion (IV)
Mukoviszidose ist eine genetisch bedingte, unheilbare Stoffwechselerkrankung. Aufgrund der gesteigerten Viskosität von einigen Körpersekreten, insbesondere in der Lunge der Erkrankten, sind chronische Infektionen vorprogrammiert. Bakterien und Pilze vermehren sich ungehindert im Schutz des zähen Schleims. Die Bronchien werden durch den schwer abzuhustenden Schleim verstopft, sodass die Atmung erheblich beeinträchtigt wird. Eine Linderung dieser Symptome kann derzeit lediglich durch eine medikamentöse Behandlung erreicht werden.

Bisher eingesetzte Präparate werden meist oral oder intravenös verabreicht, wodurch sie nur bedingt an den Ort der Infektion gelangen. Um dennoch einen Effekt zu erzielen, werden hohe Wirkstoffdosen eingesetzt – Nebenwirkungen inklusive. Alternativ wird die tägliche Inhalation angewandt, die jedoch sehr zeitaufwendig ist. Die gängigen Therapien bringen somit zusätzliche Einschränkungen für die Erkrankten mit sich.

Ein neues Kombipräparat mit Depotfunktion des KIT-Instituts für Funktionelle Grenzflächen (IFG) kann die Behandlung von Mukoviszidose erheblich schonender und wirkungsvoller gestalten. Hierfür werden – abgestimmt auf die Symptome – mehrere Wirkstoffe, wie etwa Schleimlöser oder Antibiotika, in separate Teile, sogenannte Kompartimente, eines Mikropartikels eingelagert. Aufgrund der unterschiedlichen chemischen Eigenschaften dieser Kompartimente entfalten die Medikamente zeitversetzt ihre Wirkung. Wichtig ist dabei, dass der schleimlösende Wirkstoff zuerst freigesetzt wird und den Schleim vorbehandelt. Dadurch können die Partikel tiefer in den Schleim eindringen. Die verzögert freigesetzten Medikamente gelangen so besser an den Infektionsherd und der verflüssigte Schleim kann leichter abgehustet werden.
Der Patient inhaliert die Partikel über einen herkömmlichen Sprühvernebler. Dabei gelangen die Medikamente schnell und direkt als Wirkstoffkombination in die Lunge. Sie wirken niedrigdosiert und zeitversetzt, aber umso effektiver. Die Mikropartikel eignen sich für die Therapie weiterer Lungenerkrankungen, da verschiedene Medikamente variabel in einem Partikel kombiniert werden können.

Das KIT sucht Industriepartner, die am Einsatz der Technologie interessiert sind.

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Ihr Ansprechpartner für dieses Angebot

Dagmar Vössing, Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Leitung Technologietransfer, Innovations- und Relationsmanagement (IRM)
Telefon: +49 721 608-25582

E-Mail: dagmar voessing@kit edu

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