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Das Zell-Screening der nächsten Generation

Aquarray ermöglicht mit der Droplet-Microarray-Technologie eine nachhaltige Verbesserung des Zell-Screening im Bereich Pharma und Biowissenschaften.

Preisverleihung beim Science4Life Venture Cup 2017: Dr. Karl-Heinz Baringhaus,
Konstantin Demir, Dr. Anna Popova, Dr. Simon Widmaier und Dr. Rainer
Waldschmidt (v.l.nr.), Quelle: Science4Life e.V

Preisverleihung beim Science4Life Venture Cup 2017: Dr. Karl-Heinz Baringhaus, Konstantin Demir, Dr. Anna Popova, Dr. Simon Widmaier und Dr. Rainer Waldschmidt (v.l.nr.), Quelle: Science4Life e.V

Moderne Labortechnik kann nicht nur helfen, neue Medikamente zu entwickeln, sondern auch Diagnosen schneller und exakter zu stellen. Das Spin-off Aquarray aus dem KIT hat eine Laborausstattung entwickelt, die die Suche nach Wirkstoffen und das Untersuchen von Zellproben viel einfacher und günstiger macht als bisher. Das sechsköpfige Team um Gründer Dr. Pavel Levkin hat eine Möglichkeit gefunden, sogenannte Hochdurchsatzscreenings, bei denen in Laboren parallel tausende von Proben durchgetestet werden, zu miniaturisieren – der Gesamtverbrauch von Reagenzien und Zellen wird so reduziert.

Droplet-Microarray (DMA)-Platte

Bisher gab es keine geeigneten Plattformen, um Wirkstoffscreenings mit sehr kleinen Zellproben, wie etwa Biopsiegewebe von Patienten, zu realisieren. Hierfür werden derzeit Mikrotiterplatten eingesetzt, deren Näpfchen jedoch eine Mindestmenge von 40 Mikroliter an Reagenzien voraussetzen. Die von Aquarray in den letzten vier Jahren entwickelte Droplet-Microarray (DMA)-Technologie ermöglicht es, Zellexperimente bei hoher Dichte, dabei jedoch mit niedriger Zellzahl durchzuführen. Diese neuartige Technologie bietet erhebliche Vorteile beim Screening von Stamm- und Primärzellen, wodurch die physiologische Relevanz und die Vorhersagekraft der Screening-Ergebnisse erhöht wird. Die Entwicklung von Medikamenten wird so preiswerter und effizienter.

Die Oberfläche der DMA-Platte besteht aus einem superhydrophilen-superhydrophoben Mikroraster aus Polymer. Darauf verteilen und organisieren sich gleichförmige Nanotröpfchen einer wässrigen Lösung eigenständig und jeder einzelne Tropfen dient als eine Art Minireagenzglas für biologische Experimente. Pipettierroboter und Pipettenspritzen, bis dato unverzichtbar, sind überflüssig. „Ein einzelner Labormitarbeiter kann so innerhalb weniger Minuten tausende Wirkstoff-Screening-Experimente ausführen“, erklärt der Chemiker Levkin. Auch diagnostische Labore mit Schwerpunkt auf personalisierte Wirkstoffscreenings können von der neuen Technologie profitieren.

Als große Herausforderung sieht Aquarray die Weiterentwicklung und Skalierung der Produktion ihres Produkts, damit es spätestens bis Ende 2019 in sehr großen Bestellmengen weltweit ausgeliefert werden kann. Derzeit hat das Spin-off vier Pharmaunternehmen und mehrere Forschungseinrichtungen als Pilotkunden gewinnen können.

Das Team von Aquarray v.l.n.r.: (oben): Dr. Pavel Levkin, Dr. Gunter Festel, Konstantin Demir, (unten) Prof. Jörg Vienken, Dr. Anna Popova, Dr. und Simon Widmaier

Mit Unterstützung der KIT-Gründerschmiede, vor allem im Bereich der Fördermittelberatung, bekam Aquarray die Proof-of-Concept-Förderung des European Research Council (ERC) und das EXIST-Gründerstipendium, das noch bis September 2019 läuft. So war es auch Thomas Neumann von der Gründerschmiede, der Simon Widmaier, den heutigen CEO von Aquarray, auf das Team um Dr. Levkin aufmerksam machte und eine erste Verbindung herstellte. Die Gründung des Spin-offs erfolgte im April 2018 mit den Teammitgliedern Dr. Pavel Levkin, Dr. Simon Widmaier, Dr. Anna Popova, Konstantin Demir, Dr. Gunter Festel und Prof. Michael Grunze und Prof. Jörg Vienken als Advisory Board, als auch dem KIT. Bisher war das Team sehr erfolgreich und gewann unter anderem den Science4Life Venture Cup 2017 und den sechsten Platz bei Science4Life Business Plan 2018.

Kontakt

Aquarray GmbH
Simon Widmaier
CEO & Co-Founder
Hermann-von-Helmholtz-Platz 1
76344 Eggenstein-Leopoldshafen

www.aquarray.com