Veröffentlicht am 22. Juli 2026
Wirkung entsteht im Miteinander: Impact zwischen Wissenschaft, GrĂŒndungen und Wirtschaft
Neue Ideen, wissenschaftliche Erkenntnisse und innovative Technologien entfalten ihren Wert erst dann vollstĂ€ndig, wenn sie den Weg in die Anwendung finden. Genau die Schnittstelle zwischen Forschung, Unternehmertum und Wirtschaft steht deshalb im Mittelpunkt der aktuellen Diskussion ĂŒber Impact. Der Kaminabend âCreating Impact â Perspektiven an der Schnittstelle von Wirtschaft und Wissenschaftâ des KIT Business Clubs bot den passenden Raum, um sich ĂŒber unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen zum Zusammenwirken von Innovation und Impact und deren Entstehung auszutauschen.
Schulterschluss fĂŒr mehr Impact
Das ĂŒbergreifende Ziel formulierte gleich zu Beginn des Abends Dr. Stefan Schwartze, VizeprĂ€sident Finanzen, Personal und Infrastruktur des KIT, und Schirmherr des Abends: âDie Erzeugung von Wirkung aus Wissen und neuen Erkenntnissen muss zukĂŒnftig besser bewĂ€ltigt werden. Dazu sollten sich Forschende, GrĂŒnderinnen und GrĂŒnder sowie Unternehmensvertreter verbinden, die zusammen ihre Perspektiven teilen, HĂŒrden ĂŒberwinden und Chancen ergreifen.â
Vom Flaschenhals zur Chance
Anschauungsmaterial fĂŒr gelungenen Impact lieferte Prof. Christian Koos, Leiter am Institut fĂŒr Photonik und Quantenelektronik (IPQ). Seine Arbeitsgruppe untersucht seit vielen Jahren die Grundlagen photonischer Systeme, die in der Kommunikationstechnik eingesetzt werden. Im Kontext der zunehmenden Datenverarbeitung, z.B. durch KI-Rechenzentren, gewinnen diese Technologien derzeit aber an Bedeutung. Im Fokus stehen dabei insbesondere die physikalischen Schnittstellen fĂŒr den Datenaustausch. Sie gelten derzeit als Flaschenhals, bieten aber groĂes Potenzial fĂŒr Verbesserungen durch disruptive photonische Technologien.
Die hochspezialisierten AusgrĂŒndungen aus dem IPQ bilden das perfekte Bindeglied, um aus der Forschung entstandene Lösungen schnell industriell anschlussfĂ€hig zu machen und in die Produkte der v.a. gröĂeren Unternehmen zu integrieren. Dabei sieht Koos den Prozess nicht als EinbahnstraĂe, sondern betont vielmehr, dass auch Anwendungsperspektiven aus der Industrie in die akademische Arbeit einflieĂen mĂŒssen. Dies solle aus seiner Sicht sogar gestĂ€rkt und gefördert werden.
Sterne â nicht Sternschnuppen â schaffen Impact
FĂŒr Thomas Neumann, Leiter der KIT-GrĂŒnderschmiede im Innovations- und Relationsmanagement (IRM), beginnt erfolgreiche Innovation damit, den Studierenden und Forschenden unternehmerisches Denken und Handeln zu vermitteln. So motiviert die GrĂŒnderschmiede seit vielen Jahren KIT-Akteure fĂŒr die âEntrepreneurship Journeyâ: Von der ersten Neugier und dem Wunsch, Impact zu schaffen, bis hin zur UnterstĂŒtzung durch Kontakte zu Wirtschaftsunternehmen, Förderprogrammen und Investoren, deckt die KIT-GrĂŒnderschmiede alles ab.
Das jĂŒngste Projekt im Umfeld des KIT ist die NXTGN Startup Factory. Sie versteht sich als Plattform, Ausgangspunkt und Beschleuniger fĂŒr den âNext Generation Mittelstandâ in Baden-WĂŒrttemberg. âDie Zutaten fĂŒr neue, langfristig erfolgreiche Technologieunternehmen sind vorhanden â nun kommt es darauf an, sie mit der passenden Rezeptur zusammenzubringen.â Dabei spielt die Zusammenarbeit mit etablierten Unternehmen, auch âCorporatesâ genannt, eine entscheidende Rolle.
Vom Impact der eigenen Entscheidungen
Isabel Grieshaber, GeschĂ€ftsfĂŒhrende Gesellschafterin VEGA Grieshaber KG, nahm zuletzt jeden Einzelnen der Teilnehmenden in die Pflicht, sich folgende Frage zu stellen: Welchen Impact hat meine nĂ€chste Entscheidung? Denn neue Technologien entstehen nicht ĂŒber Nacht. Ihre Entwicklung ist ein oft langwieriger Prozess, der auch von RĂŒckschlĂ€gen geprĂ€gt wird â etwa dann, wenn sich Entscheidungen im Nachhinein als falsch erweisen. Genau hier setzt Grieshaber an: Wer Innovation ermöglichen will, muss Menschen FreirĂ€ume geben, Neues auszuprobieren. Dazu gehört auch die Möglichkeit, Fehlentscheidungen zu treffen, ohne negative Konsequenzen befĂŒrchten zu mĂŒssen. Gleichzeitig sollten Erfolge allen zugutekommen und gemeinsam gefeiert werden. Nur so entsteht eine Innovationskultur, in der sich alle als Teil des Ganzen verstehen. Das wiederum schafft motivierte Teams, die gemeinsam an Technologien mit echtem Impact arbeiten.
Auszeichnungen fĂŒr den Impact von morgen
Das KIT und sein Innovationsökosystem bieten zahlreiche Möglichkeiten, den Impact von morgen mitzugestalten. Um Menschen auszuzeichnen, die mit ihren Ideen und Entwicklungen einen besonderen Beitrag leisten, wurde der NEULAND Innovationswettbewerb des KIT mit den Kategorien Ideenpreis und Technologietransferpreis ins Leben gerufen. Die Preisverleihung fand in diesem Jahr erstmals im Rahmen des KIT Business Clubs statt.
Das Institut fĂŒr funktionelle GrenzflĂ€chen (IFG) setzte sich in diesem Jahr beim Ideenwettbewerb mit einem Verfahren durch, das Kohlenstoffdioxid (CO2) als wertvolle Ressource fĂŒr die Herstellung von Acetat nutzt. In der Kategorie Technologietransfer ĂŒberzeugte das Kooperationsprojekt EXINOS 2 des wbk Instituts fĂŒr Produktionstechnik zur Verbesserung des Stapelbildungsprozesses in der Batterieproduktion. Weitere Details zum Wettbewerb und zu den PreistrĂ€gern sind auf der NEULAND-Seite zu finden. Wir gratulieren allen Gewinnern und danken allen Teilnehmenden!
Ein zentrales Fazit des Tages lautete: Impact ist ein Gemeinschaftsprojekt. Innovationen entwickeln sich dort, wo Menschen zusammenkommen, ihr Wissen teilen, Erfahrungen austauschen und voneinander lernen. Dabei spielen auch zufĂ€llige Begegnungen eine wichtige Rolle. Netzwerke und Einrichtungen wie der KIT Business Club oder der Technologiepark Karlsruhe (TPK) â mit ihren verschiedenen Firmen und Organisationen â schaffen die Voraussetzungen dafĂŒr, dass aus Zufallsbegegnungen neue Kooperationen entstehen.
Im Zusammenspiel von Wissenschaft, GrĂŒnderszene und Wirtschaft wĂ€chst die StĂ€rke eines innovationsgetriebenen Ăkosystems. Denn am Anfang steht zwar meist eine einzelne Idee â zu echter Wirkung wird sie erst, wenn viele gemeinsam daran arbeiten. Oder kurz gesagt: Impact ist Teamsache.
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