Research to Business

Wirkung entsteht im Miteinander: Impact zwischen Wissenschaft, GrĂŒndungen und Wirtschaft

Was macht Forschung wirklich wirksam? Der Kaminabend des KIT Business Clubs, am 30. Juni 2026, beschÀftigte sich genau mit dieser Frage und brachte Menschen zusammen, die Impact tÀglich aus unterschiedlichen Perspektiven gestalten. Das Event zeigte, dass erfolgreiche Innovation nicht im stillen KÀmmerlein, sondern vor allem durch Austausch, Mut zu Neuem und in vertrauensvoller Zusammenarbeit entsteht.

Der Kaminabend fand diesmal im Technologiepark Karlsruhe (TPK) statt. Zum Thema Impact kamen GĂ€ste aus Wissenschaft, Wirtschaft und GrĂŒnderszene zusammen. (Bild: KIT)

Neue Ideen, wissenschaftliche Erkenntnisse und innovative Technologien entfalten ihren Wert erst dann vollstĂ€ndig, wenn sie den Weg in die Anwendung finden. Genau die Schnittstelle zwischen Forschung, Unternehmertum und Wirtschaft steht deshalb im Mittelpunkt der aktuellen Diskussion ĂŒber Impact. Der Kaminabend „Creating Impact – Perspektiven an der Schnittstelle von Wirtschaft und Wissenschaft“ des KIT Business Clubs bot den passenden Raum, um sich ĂŒber unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen zum Zusammenwirken von Innovation und Impact und deren Entstehung auszutauschen.

Dr. Stefan Schwartze (VizeprĂ€sident Finanzen, Personal und Infrastruktur des KIT) und Andreas Risch (GeschĂ€ftsfĂŒhrer Technologiepark Karlsruhe) unterhalten sich angeregt beim Kaminabend des KIT Business Clubs. (Bild: KIT)
Dr. Stefan Schwartze (VizeprĂ€sident Finanzen, Personal und Infrastruktur des KIT) und Andreas Risch (GeschĂ€ftsfĂŒhrer Technologiepark Karlsruhe) tauschen sich aus, wie das Zusammenwirken zwischen Forschenden, GrĂŒnder/innen sowie Unternehmensvertretern kĂŒnftig besser gelingen kann. (Bild: KIT)

Schulterschluss fĂŒr mehr Impact

Das ĂŒbergreifende Ziel formulierte gleich zu Beginn des Abends Dr. Stefan Schwartze, VizeprĂ€sident Finanzen, Personal und Infrastruktur des KIT, und Schirmherr des Abends: „Die Erzeugung von Wirkung aus Wissen und neuen Erkenntnissen muss zukĂŒnftig besser bewĂ€ltigt werden. Dazu sollten sich Forschende, GrĂŒnderinnen und GrĂŒnder sowie Unternehmensvertreter verbinden, die zusammen ihre Perspektiven teilen, HĂŒrden ĂŒberwinden und Chancen ergreifen.“

Prof. Christian Koos (Leiter am Institut fĂŒr Photonik und Quantenelektronik (IPQ)) steht am Pult wĂ€hrend seines Vortrags. (Bild: KIT)
Prof. Christian Kloos prĂ€sentiert den GĂ€sten Anschauungsbeispiele fĂŒr gelungenen Impact aus seinem Forschungsbereich. (Bild: KIT)

Vom Flaschenhals zur Chance

Anschauungsmaterial fĂŒr gelungenen Impact lieferte Prof. Christian Koos, Leiter am Institut fĂŒr Photonik und Quantenelektronik (IPQ). Seine Arbeitsgruppe untersucht seit vielen Jahren die Grundlagen photonischer Systeme, die in der Kommunikationstechnik eingesetzt werden. Im Kontext der zunehmenden Datenverarbeitung, z.B. durch KI-Rechenzentren, gewinnen diese Technologien derzeit aber an Bedeutung. Im Fokus stehen dabei insbesondere die physikalischen Schnittstellen fĂŒr den Datenaustausch. Sie gelten derzeit als Flaschenhals, bieten aber großes Potenzial fĂŒr Verbesserungen durch disruptive photonische Technologien.

Die hochspezialisierten AusgrĂŒndungen aus dem IPQ bilden das perfekte Bindeglied, um aus der Forschung entstandene Lösungen schnell industriell anschlussfĂ€hig zu machen und in die Produkte der v.a. grĂ¶ĂŸeren Unternehmen zu integrieren. Dabei sieht Koos den Prozess nicht als Einbahnstraße, sondern betont vielmehr, dass auch Anwendungsperspektiven aus der Industrie in die akademische Arbeit einfließen mĂŒssen. Dies solle aus seiner Sicht sogar gestĂ€rkt und gefördert werden.

Thomas Neumann, Leiter der KIT-GrĂŒnderschmiede am KIT, steht vor dem GĂ€steplenum und stellt die Möglichkeiten und Ziele in der GrĂŒndercommunity am KIT vor. (Bild: KIT)
Thomas Neumann, Leiter der KIT-GrĂŒnderschmiede am KIT, spricht ĂŒber die Mission, mit passenden GrĂŒnderservices das unternehmerische Denken an Studierende und Forschende zu vermitteln. (Bild: KIT)

Sterne – nicht Sternschnuppen – schaffen Impact

FĂŒr Thomas Neumann, Leiter der KIT-GrĂŒnderschmiede im Innovations- und Relationsmanagement (IRM), beginnt erfolgreiche Innovation damit, den Studierenden und Forschenden unternehmerisches Denken und Handeln zu vermitteln. So motiviert die GrĂŒnderschmiede seit vielen Jahren KIT-Akteure fĂŒr die ‚Entrepreneurship Journey‘: Von der ersten Neugier und dem Wunsch, Impact zu schaffen, bis hin zur UnterstĂŒtzung durch Kontakte zu Wirtschaftsunternehmen, Förderprogrammen und Investoren, deckt die KIT-GrĂŒnderschmiede alles ab.

Das jĂŒngste Projekt im Umfeld des KIT ist die NXTGN Startup Factory. Sie versteht sich als Plattform, Ausgangspunkt und Beschleuniger fĂŒr den „Next Generation Mittelstand“ in Baden-WĂŒrttemberg. „Die Zutaten fĂŒr neue, langfristig erfolgreiche Technologieunternehmen sind vorhanden – nun kommt es darauf an, sie mit der passenden Rezeptur zusammenzubringen.“ Dabei spielt die Zusammenarbeit mit etablierten Unternehmen, auch ‚Corporates‘ genannt, eine entscheidende Rolle.

Der Kaminabend bietet viel Raum zum Networking. Hier spricht beispielsweise Isabel Grieshaber (GeschĂ€ftsfĂŒhrende Gesellschafterin der VEGA Grieshaber KG) mit anwesenden GĂ€sten. (Bild: KIT)
Isabel Grieshaber, GeschĂ€ftsfĂŒhrende Gesellschafterin VEGA Grieshaber KG, beantwortet RĂŒckfragen nah am Publikum nach ihrem Vortrag ĂŒber Entscheidungen und FreirĂ€ume im Kontext von Innovation. (Bild: KIT)

Vom Impact der eigenen Entscheidungen

Isabel Grieshaber, GeschĂ€ftsfĂŒhrende Gesellschafterin VEGA Grieshaber KG, nahm zuletzt jeden Einzelnen der Teilnehmenden in die Pflicht, sich folgende Frage zu stellen: Welchen Impact hat meine nĂ€chste Entscheidung? Denn neue Technologien entstehen nicht ĂŒber Nacht. Ihre Entwicklung ist ein oft langwieriger Prozess, der auch von RĂŒckschlĂ€gen geprĂ€gt wird – etwa dann, wenn sich Entscheidungen im Nachhinein als falsch erweisen. Genau hier setzt Grieshaber an: Wer Innovation ermöglichen will, muss Menschen FreirĂ€ume geben, Neues auszuprobieren. Dazu gehört auch die Möglichkeit, Fehlentscheidungen zu treffen, ohne negative Konsequenzen befĂŒrchten zu mĂŒssen. Gleichzeitig sollten Erfolge allen zugutekommen und gemeinsam gefeiert werden. Nur so entsteht eine Innovationskultur, in der sich alle als Teil des Ganzen verstehen. Das wiederum schafft motivierte Teams, die gemeinsam an Technologien mit echtem Impact arbeiten.

Auszeichnungen fĂŒr den Impact von morgen

Das KIT und sein Innovationsökosystem bieten zahlreiche Möglichkeiten, den Impact von morgen mitzugestalten. Um Menschen auszuzeichnen, die mit ihren Ideen und Entwicklungen einen besonderen Beitrag leisten, wurde der NEULAND Innovationswettbewerb des KIT mit den Kategorien Ideenpreis und Technologietransferpreis ins Leben gerufen. Die Preisverleihung fand in diesem Jahr erstmals im Rahmen des KIT Business Clubs statt.

Das Institut fĂŒr funktionelle GrenzflĂ€chen (IFG) setzte sich in diesem Jahr beim Ideenwettbewerb mit einem Verfahren durch, das Kohlenstoffdioxid (CO2) als wertvolle Ressource fĂŒr die Herstellung von Acetat nutzt. In der Kategorie Technologietransfer ĂŒberzeugte das Kooperationsprojekt EXINOS 2 des wbk Instituts fĂŒr Produktionstechnik zur Verbesserung des Stapelbildungsprozesses in der Batterieproduktion. Weitere Details zum Wettbewerb und zu den PreistrĂ€gern sind auf der NEULAND-Seite zu finden. Wir gratulieren allen Gewinnern und danken allen Teilnehmenden!

Stolze Sieger: Die PreistrĂ€ger des NEULAND Innovationswettbewerbs fĂŒr Ideenpreis und Technologietransferpreis wurden feierlich geehrt. Prof. Schwartze (VizeprĂ€sident KIT) ĂŒbergab die Urkunden und Awards beim Kaminabend des KIT Business Clubs im Juni 2026. (Bild: KIT)

Ein zentrales Fazit des Tages lautete: Impact ist ein Gemeinschaftsprojekt. Innovationen entwickeln sich dort, wo Menschen zusammenkommen, ihr Wissen teilen, Erfahrungen austauschen und voneinander lernen. Dabei spielen auch zufĂ€llige Begegnungen eine wichtige Rolle. Netzwerke und Einrichtungen wie der KIT Business Club oder der Technologiepark Karlsruhe (TPK) – mit ihren verschiedenen Firmen und Organisationen – schaffen die Voraussetzungen dafĂŒr, dass aus Zufallsbegegnungen neue Kooperationen entstehen.

Im Zusammenspiel von Wissenschaft, GrĂŒnderszene und Wirtschaft wĂ€chst die StĂ€rke eines innovationsgetriebenen Ökosystems. Denn am Anfang steht zwar meist eine einzelne Idee – zu echter Wirkung wird sie erst, wenn viele gemeinsam daran arbeiten. Oder kurz gesagt: Impact ist Teamsache.

Beim abschließenden Networking tauschen sich die Teilnehmenden noch persönlich zum Thema „Wirkung entsteht im Miteinander“ aus. (Bild: KIT)

Zu den wichtigsten Funktionen des Kaminabends gehört das gegenseitige Kennenlernen und der Kontakt zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Nach dem Programmteil nutzen die Teilnehmenden noch die Zeit zum direkten Austausch. (Bild: KIT)

Die Stimmung beim Kaminabend war sehr gut. Zu sehen sind GÀste im Plenum, die einer PrÀsentation gutgelaunt zuhören. (Bild: KIT)

Beim Kaminabend des KIT Business Clubs erhalten die GĂ€ste neue Einblicke zum Themenkomplex Impact zwischen Wissenschaft, GrĂŒndungen und Wirtschaft. (Bild: KIT)

Andreas Risch, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Technologieparks Karlsruhe, öffnete die TĂŒren fĂŒr den KIT Business Club. In den RĂ€umen des TPK begrĂŒĂŸte er die GĂ€ste des Kaminabends. (Bild: KIT)

Andreas Risch, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Technologieparks Karlsruhe, öffnete die TĂŒren fĂŒr den KIT Business Club. In den RĂ€umen des TPK begrĂŒĂŸte er die GĂ€ste des Kaminabends. (Bild: KIT)

Nach dem offiziellen Programm des Kaminabends saßen die GĂ€ste beim Abendessen noch zusammen. (Bild: KIT)

Der Austausch stand im Mittelpunkt des Kaminabends: Das gemeinsame Abendessen bot Gelegenheit fĂŒr intensivere GesprĂ€che zwischen den GĂ€stegruppen. (Bild: KIT)

Die Terrasse des Technologieparks Karlsruhe war fĂŒr den Kaminabend des KIT Business Clubs hergerichtet. Unter freiem Himmel genossen die GĂ€ste den Abend. (Bild: KIT)

Über 50 GĂ€ste aus Wissenschaft und Wirtschaft kamen beim Kaminabend in toller Location beim TPK zusammen. Nach interessanten VortrĂ€gen und der NEULAND Preisverleihung setzten die GĂ€ste den Gedankenaustausch beim Abendessen fort. (Bild: KIT)

Eines oder mehrere Themen haben Ihr Interesse geweckt? Wir freuen uns ĂŒber den Austausch mit Industriepartnern.

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